In wissenschaftlichen Arbeiten bedeutet das Zitieren von Gesetzen: Sie geben eine Norm so an, dass jede Person die Fundstelle sofort prüfen kann. Eine Quellenangabe zum Gesetz besteht deshalb nicht nur aus „BGB“ oder „GG“, sondern aus einer klaren Kombination aus Paragraph oder Artikel, Absatz, Satz und Abkürzung.
Beim Zitieren von Gesetzen passieren Fehler oft nicht aus Unwissen, sondern aus Zeitdruck. In einer Abschlussarbeit fällt das besonders auf, weil Prüfer die Nachvollziehbarkeit streng bewerten. Dieser Guide von StudiBucht erklärt Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie Gesetzestexte und Paragraphen richtig zitieren und woran Sie erkennen, ob Sie die aktuelle Fassung verwenden. Dazu kommen Beispiele für BGB zitieren, SGB zitieren, HGB zitieren, GG zitieren und DSGVO zitieren.
Wer gerade an einer juristischen Arbeit sitzt, sollte die Zitierweise früh festlegen. Auch wer eine juristische Hausarbeit kaufen oder Bachelorarbeit-Ghostwriting in Anspruch nehmen möchte, profitiert davon, das Zitiersystem zu verstehen.

Die Grundformel: Wie ist eine Gesetzesangabe aufgebaut?
Die Grundstruktur bei der Gesetzesangabe folgt einem festen Schema: § + Nummer + Absatz + Satz + Gesetzesabkürzung. Diese Formel gilt für die meisten deutschen Gesetze und sorgt dafür, dass Lesende die Quelle präzise nachschlagen können. Wenn Sie Gesetze zitieren, halten Sie die Reihenfolge konsequent ein: Symbol, Nummer, Absatz, Satz und danach die Abkürzung.
Beispiel:
§ 433 Abs. 1 S. 1 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch)
Art. 3 Abs. 2 GG (Grundgesetz)
Die vollständige Angabe beim Zitieren von Gesetzen umfasst:
Paragraph (§) oder Artikel (Art.)?
Die Bezeichnung hängt vom Gesetz ab. § (Paragraph) wird in den meisten deutschen Gesetzen verwendet – etwa im BGB, StGB oder HGB. Art. (Artikel) findet sich dagegen im Grundgesetz (GG) und in europäischen Rechtsakten wie der DSGVO.
Wichtig: Das Grundgesetz zitieren erfolgt immer mit „Art.“, nicht mit „§“. Beispiel: Art. 1 Abs. 1 GG.
Die Unterteilungen: Absatz, Satz, Nummer und Buchstabe
Gesetze sind hierarchisch strukturiert. Wenn Sie ein Gesetz richtig zitieren wollen, müssen Sie die genaue Stelle angeben:
Beispiel: § 823 Abs. 1 S. 1 BGB → Paragraph 823, Absatz 1, Satz 1 des Bürgerlichen Gesetzbuchs
Abkürzungsverzeichnis für Gesetze (Tabelle)
Beim Zitieren von Gesetzen werden feste Abkürzungen verwendet, damit die Fundstelle eindeutig bleibt. Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Abkürzungen, wie sie in Fußnoten oder Klammerverweisen stehen:
| Bezeichnung | Abkürzung | Beispiel |
|---|---|---|
| Paragraph | § | § 433 BGB |
| Paragraphen (Plural) | §§ | §§ 433, 434 BGB |
| Artikel | Art. | Art. 5 GG |
| Absatz | Abs. | § 823 Abs. 1 BGB |
| Satz | S. | § 823 Abs. 1 S. 2 BGB |
| Nummer | Nr. | § 312g Abs. 2 Nr. 1 BGB |
| Buchstabe | lit. | Art. 6 Abs. 1 lit. a DSGVO |
| Alternative | Alt. | § 812 Abs. 1 S. 1 Alt. 1 BGB |
| folgende (Singular) | f. | § 433 f. BGB |
| folgende (Plural) | ff. | § 433 ff. BGB |
Tipp: Nutzen Sie diese Abkürzungen konsequent, damit Ihre Quellenangabe zum Gesetz überall gleich aufgebaut ist.
Zitierweisen im Vergleich: Wo steht die Quellenangabe?
Wie zitiert man Gesetze in verschiedenen Zitierweisen? Die Platzierung hängt vom gewählten Zitierstil ab:
| Merkmal | Deutsche Zitierweise (Fußnoten) | Harvard-Stil / APA (Im Text) |
|---|---|---|
| Position | Hochgestellte Zahl im Text, Vollbeleg unten auf der Seite | Kurzer Verweis in Klammern direkt hinter dem Satz |
| Beispiel (Direktes Zitat) | „…durch das Stiftungsgeschäft.“¹ | „…durch das Stiftungsgeschäft“ (§ 81 Abs. 1 BGB). |
| Beispiel (Paraphrase) | Stiftungen benötigen eine Satzung.¹ | Stiftungen benötigen eine Satzung (vgl. § 81 Abs. 1 BGB). |
| In der Fußnote steht | ¹ § 81 Abs. 1 S. 3 BGB. | – (Keine Fußnoten) |
| Literaturverzeichnis? | Nein (nur Rechtsquellenverzeichnis) | Nein (nur Rechtsquellenverzeichnis) |
Deutsche Zitierweise (Fußnoten)
Diese Form ist vor allem in juristischen Arbeiten üblich. Im Text steht eine hochgestellte Zahl, und die genaue Gesetzesstelle wird unten in der Fußnote als vollständige Fundstelle angegeben. Das ist praktisch, wenn Sie viele Quellen in kurzer Folge nutzen, weil der Fließtext ruhig bleibt und die Details sauber nachlesbar sind.
Typischer Stolperstein: In der Fußnote muss die Stelle präzise sein (z. B. §, Abs., S.). Wenn Sie später erneut auf dieselbe Norm verweisen, sollten Sie die Nachweise einheitlich führen, damit keine Mischformen entstehen.
Beispiel: „Das Eigentum und das Erbrecht werden gewährleistet.“¹
Fußnote: ¹ Art. 14 Abs. 1 S. 1 GG.
Bei der ersten Nennung können Sie den Gesetzesnamen ergänzen: ¹ Art. 14 Abs. 1 S. 1 Grundgesetz (GG).
Harvard-Stil & APA (Im Fließtext)
Im Harvard- und APA-Stil steht die Quellenangabe direkt im Text in Klammern. Das ist in vielen sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen Arbeiten üblich, weil Lesende die Fundstelle sofort sehen, ohne zur Fußnote springen zu müssen.
Bei einer Paraphrase wird häufig „vgl.“ genutzt, bei einem direkten Gesetzeszitat dagegen nicht. Gesetze werden außerdem nicht im klassischen Literaturverzeichnis geführt, sondern in einem eigenen Rechtsquellenverzeichnis.
Beispiel Harvard: „Das Eigentum wird gewährleistet“ (Art. 14 Abs. 1 S. 1 GG).
Beispiel APA: Gemäß Art. 14 Abs. 1 S. 1 GG wird das Eigentum geschützt.
Wann muss ich „vgl.“ nutzen? (Direkte vs. Indirekte Zitate)
- Direktes Zitat: Sie übernehmen den Wortlaut des Gesetzes → kein „vgl.“ nötig
- Indirektes Zitat: Sie paraphrasieren oder beziehen sich sinngemäß → „vgl.“ verwenden
Beispiel direkt: „Wer vorsätzlich das Leben eines Menschen rechtswidrig tötet“ (§ 212 Abs. 1 StGB).
Beispiel indirekt: Die vorsätzliche Tötung eines Menschen ist strafbar (vgl. § 212 Abs. 1 StGB).
Gehören Gesetze ins Literaturverzeichnis?
In der Regel nein. Gesetze gelten als Primärquellen und werden deshalb nicht wie Bücher, Aufsätze oder Kommentare im klassischen Literaturverzeichnis geführt. Stattdessen erstellen Sie ein separates Rechtsquellenverzeichnis, damit die Leser:innen die zitierte Norm schnell und eindeutig finden. Dies gilt für alle Zitierweisen.
Warum diese Trennung sinnvoll ist: Das Literaturverzeichnis dokumentiert wissenschaftliche Sekundärliteratur, also Texte, die etwas erklären, einordnen oder diskutieren. Ein Gesetz dagegen ist die Norm selbst. Es wird nicht „gelesen wie ein Buch“, sondern nach Fundstelle zitiert (zum Beispiel §, Absatz, Satz und Abkürzung), und die Rechtsquelle wird gesondert gesammelt.

Unterschied zum klassischen Literaturverzeichnis
Das Literaturverzeichnis listet Bücher, Aufsätze, Studien und andere Sekundärliteratur auf, also Texte, die Recht erklären, auslegen oder kritisch diskutieren. Gesetze und Verordnungen sind dagegen Primärquellen: Sie sind die Rechtsgrundlage selbst und werden nicht „wie Literatur“ behandelt. Deshalb werden Rechtsnormen in einem eigenen Rechtsquellenverzeichnis gesammelt. Das erhöht die Übersicht und verhindert, dass Normen zwischen Kommentaren und Fachartikeln untergehen.
Gerade bei größeren Projekten, etwa wenn Studierende eine Master Thesis schreiben lassen oder eine Ghostwriter Dissertation in Anspruch nehmen, spielt diese formale Trennung eine wichtige Rolle. In umfangreichen wissenschaftlichen Arbeiten mit zahlreichen Normverweisen sorgt ein eigenständiges Rechtsquellenverzeichnis für Klarheit und Professionalität.
Entscheidend ist am Ende vor allem eines: Die Systematik muss nachvollziehbar und konsequent umgesetzt sein. Wer Gesetze richtig zitiert, trennt daher klar zwischen wissenschaftlicher Literatur und Rechtsquellen.
Anleitung: So erstellen Sie ein Rechtsquellenverzeichnis
Format: Gesetzesname (Abkürzung), Fundstelle, Stand: Datum.
Tipp: Wenn Sie nur wenige Gesetze verwenden, reicht eine kurze Liste. Bei vielen Normen lohnt es sich, zusätzlich nach Rechtsquellenarten zu trennen (z. B. Bundesrecht, Landesrecht, EU-Recht), sofern das in Ihrem Fach üblich ist.
Musterbeispiel für ein Rechtsquellenverzeichnis
Hier eine Vorlage zum Kopieren:
Rechtsquellenverzeichnis
Tipp: Übernehmen Sie die Struktur und passen Sie den Stand an die von Ihnen verwendete Fassung an (zum Beispiel mit Abrufdatum). Wer dazu eine kurze Orientierung sucht, findet oft in Leitfäden und FAQ-Bereichen, zum Beispiel bei einer Ghostwriting Agentur, praxisnahe Beispiele für die Darstellung von Rechtsquellen. Entscheidend bleibt aber immer die Vorgabe Ihres Fachbereichs.
Sonderfälle und Ausnahmen
Nicht jede Norm lässt sich nach dem Standardschema zitieren. Besondere Aufmerksamkeit erfordern etwa das Grundgesetz mit der Zitierweise „Art.“ statt „§“, europäische Rechtsakte wie Verordnungen oder Richtlinien sowie historische Fassungen eines Gesetzes, die mit „a.F.“ oder einem konkreten Datumsstand kenntlich gemacht werden. Auch bei Sammelzitaten (§§ 433–437 BGB) oder bei landesrechtlichen Vorschriften gelten teilweise eigene Konventionen. Gerade bei solchen Konstellationen zeigt sich, dass die Zitation Gesetze mehr ist als eine formale Pflicht: Sie muss präzise, einheitlich und für Dritte eindeutig nachvollziehbar sein. Ein Blick in die Zitierleitlinien Ihrer Hochschule hilft, die Quellenangabe korrekt umzusetzen.

Grundgesetz (GG) und EU-Recht (z. B. DSGVO)
Beim Grundgesetz zitieren gilt eine einfache Regel: Das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland wird mit „Art.“ zitiert, nicht mit „§“. Ein typischer Fehler beim Zitieren von Gesetzen ist hier die falsche Form, weil viele Studierende automatisch an Paragraphen denken.
Beispiele:
Art. 1 Abs. 1 GG
Art. 5 Abs. 1 GG
Beim DSGVO zitieren ist die Struktur ähnlich, aber EU-Recht arbeitet oft mit Buchstaben, weil einzelne Artikel in lit. a, b, c usw. unterteilt sind. Wer Gesetzestexte zitieren will, sollte diese Feinheiten übernehmen, statt sie zu verkürzen.
Beispiel:
Art. 6 Abs. 1 lit. a DSGVO
Tipp: Achten Sie bei EU-Recht zusätzlich auf die zitierfähige Fundstelle (ABl.) und einen klaren Stand. Gerade hier entscheidet die Quellenangabe Gesetz darüber, ob eine Norm für Leser:innen eindeutig nachprüfbar bleibt.
Alte Gesetzesfassungen (a.F.) kennzeichnen
Manchmal müssen Sie eine alte Fassung Gesetz zitieren. Kennzeichnen Sie dies mit „a.F.“ (alte Fassung) oder „i.d.F. vom [Datum]“ (in der Fassung vom). Das ist besonders wichtig, wenn sich der Norminhalt später geändert hat und Ihre Argumentation genau auf die frühere Rechtslage abstellt.
Beispiel: § 611 BGB a.F. (vor der Schuldrechtsreform 2002)
Mehrere Paragraphen gleichzeitig zitieren (§§ und Bereiche)
Mehrere Paragraphen zitieren Sie mit dem Doppel-Paragraphen-Zeichen (§§). Das spart Platz und bleibt trotzdem präzise, wenn Sie konsistent bleiben.
- Einzelne Paragraphen: §§ 433, 434 BGB
- Bereiche: §§ 433–438 BGB
- Kombination: §§ 433, 437–439 BGB
Wichtig: Bei mehr als zwei aufeinanderfolgenden Paragraphen nutzen Sie den Bis-Strich (–), nicht den Bindestrich (-). Wenn Sie einen Paragraph zitieren, achten Sie außerdem darauf, Untereinheiten (Abs., S., Nr., lit.) nur dann zu nennen, wenn Sie wirklich genau auf diese Stelle Bezug nehmen.
Profi-Tipps: Gesetze in Word richtig formatieren
In Word lohnt sich vor allem das geschützte Leerzeichen, damit „§“ und die Zahl nicht durch einen Zeilenumbruch getrennt werden. Außerdem wirkt der Text deutlich sauberer, wenn Sie bei der ersten Nennung einen Vollbeleg setzen und danach konsequent mit Kurzbelegen arbeiten.
Das geschützte Leerzeichen (Verhindert Zeilenumbruch)
Problem: „§“ und die Paragrafennummer werden manchmal getrennt (z. B. „§“ am Zeilenende, „433“ am Zeilenanfang).
Lösung: Setzen Sie ein geschütztes Leerzeichen zwischen „§“ und der Nummer.
Tastenkombination: Strg + Shift + Leertaste (Windows).
Auf Mac kann das je nach Word-Version abweichen – alternativ lässt sich das geschützte Leerzeichen auch über Einfügen → Symbol/Erweitertes Symbol bzw. über die Word-Funktion für geschützte Leerzeichen setzen.
Beispiel richtig: § 433 BGB (mit geschütztem Leerzeichen zwischen „§“ und „433“)
Vollbeleg bei der Erstnennung, Kurzbeleg danach
Bei der Erstnennung können Sie den Vollnamen ergänzen: „Gemäß § 433 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) …“
Danach reicht die Kurzform: „Nach § 434 BGB …“
Diese Regel ist besonders hilfreich bei weniger bekannten Gesetzen, etwa wenn Sie ein Schulgesetz zitieren oder das SGB zitieren.
Checkliste: Die 5 häufigsten Fehler beim Gesetze zitieren
Diese fünf Punkte helfen Ihnen, Gesetze richtig zitieren zu können, ohne später Korrekturen in Fußnoten und Fließtext nachzuziehen:

FAQ
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Mia Müller
Artikelautor / Ghostwriterin
Seit Dezember 2013 habe ich erfolgreich zahlreiche Studierende bei ihren Projekten begleitet. Mit meiner Leidenschaft für das Schreiben und meinem akademischen Hintergrund bin ich in der Lage, Hausarbeiten, Bachelorarbeiten, Diplomarbeiten, Essays und Referate auf höchstem Niveau zu verfassen.













