Je nach Typ der Abschlussarbeit kann es notwendig sein, ein Experteninterview zu führen. Bei einem Expertengespräch geht es darum, mit jemandem zu sprechen, der in der Lage ist, bei der Beantwortung der Forschungsfrage der Bachelorarbeit zu unterstützen. Doch ganz so einfach, wie es sich so dargestellt anhört, ist das Experteninterview nicht gemeistert.

In diesem Artikel wollen wir die bedeutendsten Aspekte, die vor, bei und nach dem Führen des Experteninterviews für die Bachelorarbeit wichtig sind. Neben der Klärung, worum es eigentlich genau geht, und der Vorgehensweise führen wir weiterhin ein Beispiel für ein Experteninterview an, damit klar wird, wie ein solches aussehen könnte. Das Wichtigste kann somit diesem Beitrag entnommen werden.

Was ist ein Experteninterview eigentlich?

Zunächst wollen wir mit der Definition eines Experteninterviews beginnen. Experteninterviews werden mit relevanten Experten geführt, die sich zur Forschungsfrage äußern können, geführt. Es soll dabei helfen, die Forschungsfrage der Bachelorarbeit mit zu beantworten und Hypothesen bestätigen und widerlegen. Das wird besonders notwendig, wenn insgesamt nur wenig Literatur zum gewählten Thema zur Verfügung steht oder die Datenlage nicht eindeutig ist. Das Bachelorarbeit Experteninterview erhöht somit die Anzahl der Quellen, die in der Forschungsarbeit verwendet wurden und dann dazu führen, dass die eigene Bachelorarbeit Forschungsgrundlage für folgende Arbeiten wird.

Wann ist ein Experteninterview vonnöten?

Tatsächlich liegt das ganz im Ermessen des Autors selbst, dagegen ist die Forschungslage häufig ein Grund für die Methode der Expertengespräche. Weiterhin sind Umfragen und Beobachtungen weitere beliebte Formen, allerdings steht ihnen das Interview für Bachelorarbeit in nichts nach. Es gilt dabei als qualitative Forschungsmethode. Die Prämisse ist somit, dass es objektiv, reliabel und valide sein soll. Nötig wird es, wie bereits beschrieben, vor allem, wenn nur wenig Forschungsliteratur zur Verfügung steht oder die Datenlage einseitig oder nicht eindeutig ist. In diesen Fällen kann die Expertenbefragung dabei helfen, Klarheit zu schaffen, Fragen aus dem Weg zu räumen und auch neue Einsichten zu gewinnen.

Durchführung eines Experteninterviews

Experteninterview Bachelorarbeit Beispiel

Es gibt keine klaren Vorgaben, wie ein Experteninterview gestaltet werden muss. Es kann sowohl persönlich als auch in Schriftform durchgeführt werden, allerdings sollte beachtet werden, dass die Antworten bei einem Interview, das face to face geführt wird, häufig ausführlicher ausfallen. Weiterhin ist es bei einem persönlich geführten Experteninterview möglich, auf Tonfall, Mimik und Gestik zu achten und einfacher Rückfragen zu stellen. Es muss jedoch beachtet werden, dass auch ein persönlich geführtes Interview im Nachgang transkribiert, also verschriftlich werden muss. Diese Aufgabe kommt so weiterhin auf den Autor zu.

Dasselbe gilt für Experteninterviews, die am Telefon geführt werden. Bei einem auf diese Weise geführten Experteninterview sind Nachfragen durchaus möglich und erwünscht, allerdings kann auf Mimik und Gestik nicht geachtet werden. Der Vorteil ist allerdings, dass die Zeit des Interviews am Telefon flexibler gestaltet werden kann. Dasselbe gilt natürlich für Interviews als Videochat. Videochats sind besonders geeignet, da das Interview so einfach mitgeschnitten werden kann. Natürlich bedarf jegliche Aufnahme der vorherigen Zustimmung des Gesprächspartners.

Der Vorteil eines schriftlichen Experteninterviews liegt demnach darin, dass zum einen die Arbeit des Transkribierens wegfällt, zum anderen muss kein Termin gefunden werden, zu dem beide Parteien ein Treffen einrichten können. Insgesamt fallen die Antworten allerdings bei schriftlichen Fragen häufig weniger detailreich aus und das Stellen weiterer Fragen ist deutlich schwerer als bei persönlich geführten Bachelor Interviews.

Insgesamt hängt die Wahl des Formats des Experteninterviews ganz vom Ersteller der Arbeit, der zur Verfügung stehenden Experten und dem Thema der Arbeit ab. Nicht alle Formate sind immer gleich geeignet. Gerade bei sensiblen Themen kann es weiterhin für den Befragten einfacher sein, wenn das Interview nicht persönlich stattfindet, weil so die Hemmschwelle sinkt. Insgesamt fällt dem Autor der Arbeit die Aufgabe zu, das passende Format für die von ihm vorgesehenen Fragen zu finden und zu implementieren. Vor- und Nachteile werden hier noch einmal visualisiert.

Vor- und Nachteile der Interviewtypen

Interviewtyp Vorteile Nachteile
Persönliches Interview vor Ort (face to face) – Nachfragen und längere Gespräche sind möglich, schließlich haben sich die Beteiligten die Zeit genommen
– Körpersprache kann mit in die Auswertung von Experteninterview fließen
– Reaktionen auf Antworten sind leicht möglich
– Eigenes Auftreten und die Atmosphäre können die Stimmung beeinflussen
– Der Zeitaufwand ist wegen Terminabsprache, Reisezeit etc. hoch
– Anwesenheit des Interviewers kann Antworten und folglich die Validität beeinflussen
– Hemmschwelle kann höher sein
– Ort muss sorgfältig ausgewählt werden
Telefoninterview – Zeitlich flexibel
– Physische Abwesenheit schränkt den Einfluss auf den Interviewpartner ein
– Rückfragen sind leicht zu stellen und Erklärungen können eingefordert werden
– Zeitlich flexibel
– Die Erreichbarkeit ist nicht immer optimal
– Die Dauer der Interviews ist deutlich eingeschränkt, da die Lust zu telefonieren abnimmt
E-Mail – Schnell, effizient
– Keine terminliche Absprache vonnöten
– Keine Beeinflussung durch die Anwesenheit des Fragenden
– Kurzfristig möglich
– Fehlender persönlicher Kontakt und somit keine Möglichkeit zur Lenkung
– Begrenze Anzahl von möglichen Fragen
– Rückfragen sind unmöglich, also muss der Fragebogen des Experteninterviews schon im Vorhinein ausgewogen erstellt worden sein
Interview per Videochat – Zeitlich flexibel
– Weniger Einflussnahme durch die physische Anwesenheit
– Rückfragen sind ohne Probleme möglich
– Hemmschwelle höher als am Telefon, allerdings geringer als vor Ort (wenn der Experte es gewohnt ist, Videochats zu machen)
– Kurzfristig möglich
– Terminabsprache ist vonnöten
– Zeitlicher Aufwand
– Hemmschwelle

Ein Experteninterview vorbereiten

Wenn ein Experteninterview durchgeführt werden soll, muss dieses natürlich vorbereitet werden. Dazu müssen wenigstens zwei Aspekte gegeben sein:

  • Der Autor muss selbst ein/e Experte/in auf dem Forschungsgebiet geworden sein und den aktuellen Forschungsstand kennen.

  • Der Fragenkatalog bzw. Leitfaden muss erstellt und es muss sich auf eine Interviewform festgelegt worden sein.

  • Die Experten, die befragt werden sollen, müssen gefunden worden sein.

Es ist also notwendig, schon tief in die Thematik eingestiegen zu sein, bevor es möglich wird, ein Experteninterview zu führen. Das kann gerade bei kurz angelegten Arbeiten zu Problemen führen. Idealerweise sollte der aktuelle Forschungsstand des Themas gut erschlossen worden sein, damit das Interview so effizient wie möglich diskutiert werden kann. Natürlich sprechen Experten in der Regel auch auf einem komplexen und vor allem fachlich versierten Niveau, weshalb besonders das Fachvokabular bei einem persönlich geführten Gespräch sitzen muss, schließlich sollte idealerweise auf Augenhöhe kommuniziert werden.

Die Auswahl der Experten

Experteninterview Bachelorarbeit

Die Methodik eines Experteninterviews und die Auswahl von Experten für das Interview hängen auch vom Zweck der Interviews ab. Je nach Bedürfnis muss eine unterschiedliche Anzahl von Experten zum Thema befragt werden. Als Experte gilt jemand, der über viele Jahre bereits Verantwortung in seiner Position übernommen und auf seinem Gebiet gewirkt hat. Berufseinsteiger sind also nicht als Experten geeignet. Gerade in der Praxis muss der Experte allerdings selbst nicht wissenschaftlich arbeiten oder Akademiker sein. Die Expertenauswahl sollte in jedem Fall mit dem Betreuer abgestimmt werden.

Die Vorbereitung eines Leitfadens für das Experteninterview

Bevor dieser Leitfaden vorbereitet wird, ist idealerweise schon der theoretische Teil der Bachelorarbeit verfasst. Der Leitfaden dient zum einen, den eigenen Wissensstand zu evaluieren. So soll rausgefunden werden, auf welchen Gebieten noch Unklarheiten oder Lücken bestehen, damit diese durch die Antworten der Experten gefüllt werden können. Andererseits hilft er dabei, das längst gesammelte Wissen noch einmal zu visualisieren und so besser auf das Interview vorbereitet zu sein. Idealerweise wird dieser Leitfaden, der am Ende auch die Fragen des Experteninterview in Bachelorarbeit enthält, bereits vor dem Interview mit jemand anderem geprobt. Auf diese Weise kann festgestellt werden, ob sich ein Gespräch entwickeln kann und zu sehen, ob Unstimmigkeiten oder Lücken enthalten sind. Auch ist es möglich, dass der Betreuer den Leitfaden für das Experteninterview vor Durchführung begutachten möchte.

Die Kontaktaufnahme

Die Experten zu finden ist die leichte Aufgabe. Im Anschluss allerdings muss die Kontaktaufnahme stattfinden. Dabei sollte bedacht werden, dass die Experten häufig einen engen Terminplan haben, weshalb der Interviewer selbst eine gewisse zeitliche Flexibilität an den Tag legen muss. Es ist wichtig, dass die Anfrage freundlich, aber professionell klingt und es sollte klargemacht werden, zu welchem Zweck ein Bachelorarbeit Interview stattfinden soll. Idealerweise findet der Erstkontakt per E-Mail statt, denn so ist das Antworten auf die Anfrage für die Experten schnell erledigt. Auch die Auswahl der Experten sollte mit dem Betreuer abgesprochen werden. Bei der Anfrage sollte unbedingt angemerkt werden:

  • Welches Thema die Abschlussarbeit hat;

  • Die Universität/Hochschule, an der sie verfasst wird;

  • Die Begründung für die Wahl der Experten;

  • Der Zeitaufwand/Umfang für das Interview.

Und wie gelingt nun ein Experteninterview?

Natürlich ist es für die meisten Menschen eine ungewohnte Situation interviewt zu werden, dabei spielt die Natur des Interviews am Ende nur eine geringe Rolle. Idealerweise übernimmt der Interviewer hier die Führung. Der Einstieg in das Experteninterview gelingt am besten indem:

  • Die eigene Person kurz vorgestellt wird (Name, Alter, Arbeitstitel, etc.);

  • Dem Interviewpartner dafür gedankt wird, dass er sich die Zeit genommen hat, das Interview durchzuführen;

  • Das Forschungsziel der Arbeit und das Ziel des Interviews dargestellt wird;

  • Informationen darüber gegeben werden, wie die erhobenen Daten verarbeitet werden sowie die Zustimmung zum Mitschnitt des Interviews eingeholt wird;

  • Dem Interviewpartner direkt zu Beginn die Möglichkeit gegeben wird, Fragen zur Arbeit etc. zu stellen.

Die Fragen, die im Leitfaden dargelegt werden, sollten strukturiert gestellt und möglichst zielführend sein. Es ist nicht förderlich, dem Interviewpartner ins Wort zu fahren oder seine Ausführungen abzuschneiden. Natürlich bedeutet ein längeres Interview am Ende mehr Arbeit, aber als Fragender sollte sich der Interviewer dessen zuvor bewusst sein. Dank des Leitfadens muss im Gespräch selbst nicht improvisiert werden, allerdings sollte dieser übergeordnete Fragen enthalten, die generell gefasst sind. So hat der Experte die Möglichkeit, vollkommen neue Aspekte einzubringen, die bisher noch gar nicht bedacht wurden. Das Interview selbst kann dann über spezifische Unterfragen gelenkt werden.

Tipp: Es kann auch bei persönlichen Interviews nützlich sein, den Fragebogen vorab zu schicken. So hat das Gegenüber die Möglichkeit, sich vorzubereiten.

Die Transkription des Experteninterviews

Die gemachten Aufzeichnungen müssen vor Abgabe der Hausarbeit transkribiert werden. Diese Phase ist die unbeliebteste bei dieser Forschungsmethode und bereitet den wenigsten Studierenden viel Freude, aber es ist notwendig, das Interview zu verschriftlichen.

Wortwahl und Grammatik werden genauso verschriftlich, wie sie gesprochen wurde, aber Fülllaute, Räuspern oder Lachen dürfen geglättet werden, ansonsten wird das Interview verbatim, also wie gesprochen, aufgeschrieben. Sollte geglättet worden sein, also Lachen oder Denkgeräusche ausgelassen, muss dies bei der Beschreibung der Methode des Experteninterviews weiterhin angemerkt werden. Das Transkribieren dauert in den meisten Fällen etwa fünf Mal so lange wie das Interview selbst. Es ist also wichtig, diese Tatsache beim Erstellen eines Zeitplans mit einzuplanen.

Es ist zu beachten, dass auch zur Veröffentlichung des Interviews die Einverständniserklärung des Experten notwendig ist. Diese ist also bereits beim Interviewtermin schriftlich einzuholen. Fragen und Unklarheiten können diesbezüglich idealerweise mit dem Betreuer vor Ort getroffen werden, so ist es möglich, dass beispielsweise Namen ausgelassen werden und ein Interview anonymisiert wird.

Fazit

Bevor auf Experteninterviews zurückgegriffen wird, sollte sich der Ersteller der Arbeit überlegen, ob diese tatsächlich notwendig sind. Sie nehmen viel Zeit in Anspruch und auch der Arbeitsaufwand bezüglich des Datenschutzes, der Persönlichkeitsrechte und die anstehende Transkription bei persönlich geführten Interviews darf nicht unterschätzt werden.

Gibt die Literatur allerdings ansonsten nicht genug her, kann auf Experteninterviews keinesfalls verzichtet werden. Sie sind gängiges und gern gesehenes Mittel, um bestimmte Sachverhalte darzustellen und besonders geeignet, wenn bestimmte unerforschte Aspekte beleuchtet werden.

Gerade die Integration des Experteninterviews in die Bachelorarbeit kann den Ersteller jedoch vor Herausforderungen stellen. Wer Probleme mit dem Erstellen des Leitfadens oder aber dem Auswerten im Rahmen der Bachelorarbeit hat, kann sich ruhigen Gewissens an die Ghostwriter Bachelorarbeit von StudiBucht wenden. Mit ihrer Expertise können Sie dabei helfen, Experteninterviews korrekt und zielführend in die Arbeit einzubringen.

Beispiele der Bachelorarbeiten mit Experteninterviews

Experteninterview

Mal abgesehen von den Vorgaben, die bei Experteninterviews stets eingehalten werden müssen, insbesondere was den Datenschutz und Persönlichkeitsrechte angeht, steht es dem Interviewer natürlich frei, wie er die erhobenen Daten in seine Arbeit einbringt. Hier haben wir einige Beispiele, wie die Integration des Interviews in Bachelorarbeit gelingen kann. Sie sollen als Beispiel zur Verdeutlichung der Einsatzbereiche von Experteninterviews dienen.

Häufig gestellte Fragen

Was ist ein Experteninterview?

Bei einem Experteninterview wird ein Experte zu einem ausgewählten Thema befragt. Bei Abschlussarbeiten kommt es besonders häufig zum Einsatz, wenn die Quellenlage nicht die gesuchten Antworten hergibt. Es soll den Autor bei der Beantwortung der Forschungsfrage unterstützen.

Wann ist ein Experteninterview sinnvoll?

Ein Experteninterview ist immer dann sinnvoll, wenn die Forschungsliteratur nicht genügend Antworten zur Beantwortung der Forschungsfrage hergibt. Weiterhin sollten sie geführt werden, wenn ein spezifisches Berufsfeld untersucht wird oder die Perspektiven von bestimmten Gruppen oder Organisationen dargestellt werden sollen.

Wie viele Fragen sind bei einem Experteninterview zu stellen?

Das kommt auf die Art des Interviews an. Während bei einem persönlichen Interview Fragen frei gestellt werden können und auch Nachfragen möglich ist, geht das nicht, wenn per E-Mail oder gar Fragebogen interviewt wird. Es sollten allerdings nicht zu viele Fragen gestellt werden. Gespräche können sich in dem Fall unangenehm in die Länge ziehen und das Interesse am Beantworten schriftlicher Fragen oder in Fragebögen nimmt ebenfalls schnell ab. Am besten wird es selbst mit Freunden ausprobiert und gegebenenfalls gekürzt.

Wie lange dauert ein Experteninterview für die Bachelorarbeit?

Das hängt ganz vom Interviewer selbst und dem Thema ab. Interviews können 20 Minuten dauern oder sich über Stunden erstrecken. Es sollte allerdings bedacht werden, dass verwendete Experteninterviews für Bachelorarbeit transkribiert werden müssen, dementsprechend sollte ein angemessener zeitlicher Rahmen eingehalten werden.

Wie wird Experteninterview ausgewertet?

Die Experteninterviews werden hinsichtlich ihrer Relevanz zur Forschungsfrage ausgewertet. Aspekte, die nicht zielführend sind, müssen somit keinen Platz in der Arbeit finden.

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